Dem schwarzen Gold auf der Spur

Kohle im Revier

Nach über 200 Jahren schließt Ende 2018 mit der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop das letzte Kohlebergwerk im Ruhrgebiet und in ganz Deutschland. Die Ära des Kohlebergbaus, die eng verbunden ist mit der Industrialisierung Deutschlands im 19. Jahrhundert und dem Wirtschaftswunder der Bundesrepublik nach dem 2. Weltkrieg, neigt sich dem Ende zu. Einst gab es im Ruhrgebiet fast 150 Zechen, mit fast 600.000 Beschäftigten Ende der 1950er Jahre.

Sommerausflug der Hammer in den Kohlenpott

Mit dem „Schönem – Wochenendticket“ der Deutschen Bahn ging es für die Hammer per Zug vom Viersener HAUPTBAHNHOF nach Essen zur Haltestelle Zeche Zollverein. Die Hinfahrt der 20-köpfigen Reisegruppe verlief sehr zivilisiert (anders als die Rückfahrt). Angekommen in Essen mussten noch ca. 1,5 Km per Fuß bis zum UNESCO Welterbe Zeche Zollverein absolviert werden. Nach einigen Minuten Wartezeit und einer kleinen Stärkung ging es dann mit „Horst“, einem ehemaligen Steiger auf der Zeche Zollverein, auf die oberirdische Entdeckungsreise in die alte Zeche.

Die Führung durch die verschiedenen Produktionsabläufe war für viele, egal ob jung oder alt, sehr aufschlussreich. Durch die lebendigen Erzählungen von „Horst“ konnten sich die meisten Teilnehmer zumindest ein wenig vorstellen, wie die Arbeit vor ein paar Jahren hier wohl aussah: Lärm und Feinstaub (16 Tonnen am Tag) lassen nicht die schönsten Arbeitsbedingungen erahnen. Zum Glück blieb den Hammer das jedenfalls erspart. Erspart blieb den Teilnehmern der KG Hamm wer net aber nicht die innerliche Reinigung des Körpers durch den Bergmannsschnaps. Der Steiger kredenzte der Hammer Gruppe nach der Führung im Steuerstand der alten Zeche erst einmal eine Flasche von dem köstlichen Getränk („billig musste er damals sein“). Doch der gute „Horst“ hatte an dem Tag nicht mit der Wunderwaffe Rudi Hamacher gerechnet, der natürlich dem Steiger eine zweite Flasche aus dem Rücken geleiert hat.

Schnell waren sich der Niederrheiner und der Pott´ler über eine denkbare Abendveranstaltung einig, die beiden wollten Talsperre spielen: ganz langsam volllaufen lassen! Doch da hatte der Michael was gegen, das Boarding für die anstehende Seereise rückte näher.

Die Seereise

Mit drei Taxen ging es bei regnerischen Wetter quer durch Essen zum Ufer des Baldeneysees. Angekommen am Bootsableger, im strömenden Regen, freute sich jeder auf die anstehende Bootsfahrt. In den letzten 5 Jahren hatten die Hammer bei ihren Ausflügen immer Glück mit dem Wetter, sollte das in diesem Jahr etwa anders sein? Nein – nach einem Kaffee und einem Kuchen unter Deck kam die Sonne raus und die Seefahrt konnte über Deck voll genossen werden. Der Getränkemeister Rainer zauberte sogar noch 2-5 Bierdosen aus dem Geheimversteck im Rucksack. Bei sehr guter Laune konnte dann die Brücke Baldeneysee mit dem Schiff umrundet werden. Die Rückfahrt zur Anlegestelle Hügel wurde durch die Piraten Wolf, Klaus und Marcel sehr unterhaltsam. Wolf hat versucht die Flagge einzuholen, Klaus spielte den alten Seemann vom Traumschiff und Marcel als angehender Cheriff versuchte wieder Ordnung herzustellen: „Schluss mit die Fissematenten!“

Da so eine Seefahrt bekanntlich hungrig macht, war für die Pott-Piraten bereits eine große Tafel im Restaurant Hügolos oberhalb des Schiffsanlegers reserviert. In drei Gängen wurden die Seebären satt gemacht und mit entsprechenden Getränken versorgt.

Die Rückreise

Gegen 22:00 Uhr war es Zeit für die Abreise mit der Deutschen Bahn über den Essener Hauptbahnhof. Die Wartezeit am Gleis musste natürlich ausgefüllt werden. Mit Hilfe und Hinzunahme eines mobilen Soundsystems stimmte der alte Seebär Klaus mehrere Lieder an und alle anderen Mitfahrer der Hammer stimmten mit ein – egal ob sie singen konnten oder nicht! Das wunderschöne Konzert endete jedoch nicht bei Besteigen des Zuges, es setzte sich bis zum Viersener Bahnhof fort. So schlecht kann der Gesang nicht gewesen sein, mehrere chinesische Touristen filmten die Gruppe dabei und sendeten die Videos per Smartphone direkt nach China. In Viersen ging es dann mit allen noch in das Freigeist – frei nach dem Pott-Spruch: „Getz nochn Absacka, dann gehn wa!“